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ZA6252: Nicht-intendierte Effekte neuer Steuerung im Schulsystem - Theoretische Konzeptualisierung und Instrumententwicklung zur empirischen Erfassung (NEFO)

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Bibliographische Angaben

Zitation Zitation    Bellmann, Johannes (2015): Nicht-intendierte Effekte neuer Steuerung im Schulsystem - Theoretische Konzeptualisierung und Instrumententwicklung zur empirischen Erfassung (NEFO). GESIS Datenarchiv, Köln. ZA6252 Datenfile Version 1.0.0, https://doi.org/10.4232/1.12290
StudiennummerZA6252
TitelNicht-intendierte Effekte neuer Steuerung im Schulsystem - Theoretische Konzeptualisierung und Instrumententwicklung zur empirischen Erfassung (NEFO)
Aktuelle Version1.0.0, 16.07.2015, https://doi.org/10.4232/1.12290
Erhebungszeitraum29.04.2013 - 18.10.2013
Primärforscher/ Wissenschaftlicher Beirat, Institution
  • Bellmann, Johannes - Institut für Erziehungswissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Mitwikende, Institution, Rolle
  • GESIS - Vertrieb
  • GESIS - Datenhaltende Institution

Inhalt

Inhalt(Anmerkung: Neben der an dieser Stelle beschriebenen quantitativen Querschnittstudie wurde im Rahmen des Projekts außerdem eine qualitative Studie mittels Leitfadeninterviews durchgeführt. Die Daten der qualitativen Studie werden vom Verbundpartner DIPF unter geregelten Zugangsbedingungen zur Verfügung gestellt - der Link befindet sich unter "Weitere Hinweise".) Im deutschen Schulsystem wurden in den letzten Jahren neue Instrumente der Qualitätsentwicklung eingeführt. Dazu gehören Bildungsstandards, zentrale Vergleichsarbeiten und Formen der externen Evaluation von Schule sowie eine verstärkte Förderung des Wettbewerbs in und zwischen Schulen. Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit den bislang weniger beachteten Risiken und Nebenwirkungen dieser Instrumente, wobei für die Erfassung und Beurteilung von Nebenfolgen die Wahrnehmungen von Schulleitungen und Lehrkräften entscheidend sind. Themen: 1. Lehrerbefragung: I) Veränderungen innerhalb der Schule, bzw. der Unterrichtsgestaltung durch Bildungsstandards: Wahrgenommene Veränderungen des pädagogischen Freiraums als Lehrer in Bezug auf Bildungsstandards, Rahmenlehrpläne, Kompetenztests (z.B. VERA), zentrale Abschlussprüfungen und Schulinspektionen; wahrgenommene Veränderung der Leistungsorientierung im Unterricht, der Bedeutung der Freude am Lernen im Unterricht, der Förderung leistungsschwacher und leistungsstarker SchülerInnen; wahrgenommene Veränderung im Hinblick auf gestiegenen Druck, im Vergleich zu anderen Schulen gut dazustehen, Beurteilung des Leistungsstands von SchülerInnen zunehmend durch außerschulische Instanzen, nachrangige Orientierung an langfristigen Bildungsprozessen der SchülerInnen, gestiegener Druck, gute Testergebnisse zu erzielen bzw. gestiegener Druck auf methodisch-didaktische Experimente im Unterricht zu verzichten, Festlegung von Lernzielen zunehmend durch außerschulische Instanzen, Orientierung des Unterrichts an kurzfristiger Erfüllung definierter Qualitätskriterien, zunehmende Hierarchiebildung zischen Schulleitung und Kollegium; Anpassung des eigenen Unterrichts an das Niveau von Bildungsstandards; Veränderung der Unterrichtsqualität durch die Anpassung des Unterrichts an Bildungsstandards. II) Bedeutung und Auswirkungen von Kompetenztests: Teilnahme an Kompetenztests; Bedeutung der Rückmeldung aus den Kompetenztests für die Förderung leistungsstarker und leistungsschwacher SchülerInnen ; persönliche Bedeutung der Ergebnisse aus Kompetenztests für die Orientierung in der Ausübung des Lehrerberufs und für zuverlässige Auskünfte über den Leistungsstand der SchülerInnen; Veränderung des Stellenwerts von: in Kompetenztests getesteten bzw. nicht getesteten Fächern, von Kompetenztest-Inhalten im Unterricht sowie der nicht getesteten Aspekte der Fächer; genutzte Mittel zur Vorbereitung auf Kompetenztests (Aufgaben aus alten Kompetenztest-Testheften, spezielle Übungshefte, typische bei Kompetenztests vorkommende Aufgabenformate); Vorbereitung und Art der Hilfestellung für SchülerInnen durch die Lehrkräfte im Zusammenhang mit Kompetenztests (z.B. Üben bevorstehender Aufgaben, längere Zeitvorgabe als vorgesehen, Mithilfe der Eltern etc.) ; eigene Benotung der Ergebnisse von Kompetenztests und damit verbundene Intention. III) Bedeutung und Auswirkungen von externen Evaluationen / Schulvisitationen: Beobachtungen im Rahmen der externen Evaluation (Schulinspektion): Rückmeldung aus der Schulinspektion nötig für die zuverlässige Einschätzung der Qualität der Arbeit der Schule, Orientierung am Vorbild von Schulen, die bereits evaluiert wurden, Arbeitsaufwand für Schulinspektion zu Lasten des Unterrichts, vom Alltag abweichende Unterrichtsmethoden während der Schulinspektion, indirekte Aufforderung an einzelne Lehrkräfte, der Schulinspektion fernzubleiben; Einschätzung über (de-)motivierende Wirkung der externen Evaluation; Aufwand der Schule für eine gute Außendarstellung; Aufwand zu Lasten der unterrichtsbezogenen Arbeit; Veränderung des Arbeitsaufwands der Lehrkräfte neben dem Unterricht durch Verwaltungs-, Dokumentationsaufgaben; Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben zu Lasten des Unterrichts; Beteiligung an Steuergruppen wird von der Schule erwartet. IV) Auswirkungen von zentralen Leistungstests auf eigene Arbeitseinstellung und das Arbeitsklima innerhalb des Kollegiums, bzw. mit den Eltern: Qualität der Zusammenarbeit mit den Eltern; Auswirkungen der zentralen Leistungstest auf das Kollegium: Belastung und Konkurrenzdenken innerhalb des Kollegiums, Thematisierung der Einzelleistung von Lehrkräften, lediglich Umsetzung zwingend vorgeschriebener Reformmaßnahmen, Kontrolldruck durch Schulleitung; derzeitiger und präferierter Stellenwert neuer Ideen der Schul- und Unterrichtsentwicklung an der eigenen Schule; Einstellung als Lehrkraft: Forderung nach Beurteilung von Leistungsstandards bzw. Festlegung von Unterrichtszielen ausschließlich durch Lehrkräfte; Zwang, gegen eigene pädagogische Überzeugungen zu handeln; eigener Unterricht sollte den Maßstäben externer Prüfungen gerecht werden; Zufriedenheit der Eltern als Indiz für die Qualität der eigenen Arbeit; Stolz über positive Rückmeldungen der Schulleitung; Erhöhung der Qualität schulischer Arbeit durch Standardisierung; Zwang, den Unterricht in einer Art zu gestalten, welche nicht mit eigenen Qualitätsvorstellungen übereinstimmt; Forderung nach bindender Übergangsempfehlung der Grundschule; Wichtigkeit besserer Testergebnisse der eigenen Klasse; Konflikt von Standardisierung und individuellen Bildungsbedürfnissen von SchülerInnen; Wichtigkeit der Evaluierung schulischer Arbeit; Stellenwert von schulinternen bzw. externen Evaluationsmaßnahmen; Orientierung an externen Vorgaben im Schulalltag: Verwendung von Aufgabenformaten zentraler Leistungstests im Unterricht; Ausreizen von Gestaltungsspielräumen gegenüber administrativen Vorgaben, Zurückweisen neuer Ideen der Bildungspolitik bei unzureichender Praxistauglichkeit; Beurteilung der Bildungspolitik und deren Handeln; Bedeutung ausgewählter Probleme für Schule und Unterricht: inkonsequente Umsetzung von Reformen durch einzelne Lehrkräfte, mangelnde Ressourcenausstattung der Schulen sowie Einfluss gesellschaftlicher Probleme auf Schule und Unterricht; persönliches Engagement in Schulentwicklungsprozessen. 2. Schulleiterbefragung (identischer Fragebogen wie Lehrkräfte plus Zusatzfragen): I) Demographische Merkmale der Schüler- und Lehrerschaft, Art und Profil der Schule: Höchster möglicher Abschluss an eigener Schule; Schülerzahl; Anzahl der Lehrer in Vollzeit bzw. Teilzeit und der Honorarkräfte; Anzahl der Schulinspektionen; Jahr der letzten Schulinspektion; Urbanisierungsgrad des Standorts der Schule; Prozentanteil der SchülerInnen aus wohlhabenden Familien, aus wirtschaftlich benachteiligten Familien, aus Familien mit anderer Sprache als Deutsch (Migrationshintergrund); Prozentanteil der SchülerInnen, welche die Schule trotz einer wohnortnäheren Alternative besuchen; Anzahl der Schulen im Einzugsbereich, die den gleichen höchstmöglichen Abschluss anbieten; Häufigkeit in den letzten drei Jahren von mehr Bewerbungen als Aufnahmekapazitäten; Relevanz verschiedener Faktoren für die Aufnahme von SchülerInnen; schlechte Leistungen bzw. Verhaltensauffälligkeiten als Gründe für Abgänge von SchülerInnen; Bemühungen um die Aufnahme besonders leistungsstarker bzw. leistungsschwacher SchülerInnen; Wettbewerb und Schulprofil (öffentliche Bekanntmachung besonderer Leistungen, besonderes Schulprofil, zusätzliche Qualifikationsangebote, aktive Werbung, Beteiligung der Schule an Schülerwettbewerben bzw. Modellversuchen). II) Auswirkungen von externen Anforderungen / Bildungsstandards auf Einstellungen des Kollegiums und des Schulprofils: Einstellung des Kollegiums gegenüber Veränderungen (Vorbehalte, große Bereitschaft zur Überprüfung der eigenen pädagogischen Arbeitsweise; Entwicklung neuer Ideen und Konzepte, bedarfsorientierte Weiterbildung, Rückmeldung der Schulinspektion als Anstoß für Innovationen, Anpassung des pädagogischen Konzepts an die Schülerschaft); Häufigkeit von: schulscharfer Ausschreibung von Lehrstellen, Einstellung von Honorarkräften, Verwendung des Schulbudgets für Werbemaßnahmen, zeitliche Organisation des Unterrichts, Ausgestaltung der Kontingentstundentafel, Erweiterung des Fächerangebots, Einwerbung von Ressourcen von Unternehmen und Betrieben, Erwirtschaftung zusätzlicher Einnahmen, Kooperation mit anderen Schulen mit gleichem Abschlussangebot; Einschätzung des Images der Schule; Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Schule im Vergleich zu anderen Schulen; Häufigkeit der Durchführung verschiedener Vergleichsarbeiten (VERA, freiwillige VERA-Domänen, klassenübergreifende Parallelarbeiten bzw. andere schulübergreifende Vergleichsarbeiten als VERA); Umgang mit den aus Vergleichsarbeiten gewonnenen Daten (Schulleitung bespricht Ergebnisse von VERA mit betroffenen Kollegen, Bekanntgabe der Ergebnisse im Kollegium, Veröffentlichung VERA-Daten der Schule im Internet) Demographie: Geschlecht, Alter (klassiert); Position an der Schule (Lehrer, Schulleiter); Anzahl Jahre als Lehrkraft insgesamt und als Lehrkraft an jetziger Schule; Unterrichtsfächer; Teilnahme an mindestens einer Schulinspektion; Mitgliedschaft in Lehrergewerkschaft bzw. Lehrerverband; Art des Arbeitsverhältnisses. Zusätzlich verkodet wurde: Schul-ID; Bundesland.
Kategorien Kategorien
  • Erziehung, Schulwesen
Themen Themen
  • 3.1 Bildungspolitik
  • 3.4 Lehrberuf
  • 3.7 Vorschule und schulische Erziehung in der Pflichtschulzeit

Methodologie

Untersuchungsgebiet
  • Berlin (DE-BE)
  • Brandenburg (DE-BB)
  • Rheinland-Pfalz (DE-RP)
  • Thüringen (DE-TH)
GrundgesamtheitSchulleiterInnen und LehrerInnen verschiedener Schulformen
Typ der Einheiten Typ der Einheiten
  • Individual
Auswahlverfahren Auswahlverfahren
  • Probability: Cluster: Stratified random
Wahrscheinlichkeitsauswahl: Geschichtete Klumpenauswahl
Erhebungsmodus Erhebungsmodus
  • Self-administered questionnaire: Paper
Selbstausfüller: Papier
Erhebungsdesign Erhebungsdesign
  • Cross-section
Art des Datenformats Art des Datenformats
  • Numeric
DatenerhebungIEA Data Processing and Research Center, Hamburg
Erhebungszeitraum
  • 29.04.2013 - 18.10.2013

Errata & Versionen

VersionDatum, Name, DOI
1.0.0 (aktuelle Version)16.07.2015 erste Archiv-Version https://doi.org/10.4232/1.12290
Errata in aktueller Version
keine
Versionsänderungen

Weitere Hinweise

Links
Anzahl der Einheiten: 2526 Teachers 175 Principals
Anzahl der Variablen: 117 (Teachers) 174 (Principals)
Analyse-System(e): SPSS, Stata

Veröffentlichungen

Veröffentlichungen
  • Bellmann, Johannes; Duževic, Doris; Kirchhoff, Corrie; Schweizer, Sebastian (2014): Der Sinn von Reformen und der Eigensinn der Akteure. Zur Bedeutung von Reformrezeptionstypen für Erfolg und Misserfolg Neuer Steuerung. SchulVerwaltung (Hessen/Rheinland-Pfalz) 19, Nr. 2: 56-59.
  • Bellmann, Johannes; Duževic, Doris; Kirchhoff, Corrie; Schweizer, Sebastian (2014): Differenzorientierung als Nebenfolgenprophylaxe: Warum es wichtig ist, zwischen Anforderung von Bildungsreformen und Anforderungen der eigenen pädagogischen Praxis unterscheiden zu können. Schul-Management 45, Nr. 4: 16-18.
  • Bellmann, J., Thiel, C., Dužević, D., Schweizer, S. (2014): Nicht-intendierte Effekte neuer Steuerung im Schulsystem : theoretische Konzeptualisierung und Instrumententwicklung zur empirischen Erfassung : BMBF-Rahmenprogramm "Steuerung im Bildungssystem": Abschlussbericht: Förderzeitraum: 01.03.2011 bis 28.02.2014, mittelneutral verlängert bis 31.08.2014. [Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Erziehungswissenschaft]. doi: 10.2314/GBV:847260879.
Relevante Volltexte
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